Mikrobielle Gemeinschaften reagieren sensibel auf Umweltveränderungen, doch ihre enorme Vielfalt macht ökologische Muster schwer erkennbar. Ein Forschungsteam des IOW zeigt nun, dass sich eine ursprünglich für Textanalysen entwickelte KI-Methode erfolgreich zur Untersuchung komplexer Umweltproben einsetzen lässt. Das Verfahren bewahrte ökologische und funktionelle Informationen ähnlich gut wie klassische Verfahren und war diesen teilweise sogar überlegen.

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Aktionstag zum Internationalen Tag der Meeresschutzgebiete in Warnemünde
Anlässlich des Internationalen Tages der Meeresschutzgebiete beteiligt sich das IOW am 1. August 2026 in Warnemünde an einem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) organisierten Programm an mehreren Ostsee-Standorten. Eine Mitmachaktion am Strand am Nachmittag lädt zum Erkunden von Probennahme-Methoden und zum Entdecken der oftmals unbekannten Flora und Fauna in der Strandzone ein; parallel ist die Ausstellung in der IOW-Villa geöffnet. Ab 18 Uhr folgt die BfN-Abendveranstaltung „Wissen schafft Schutz – Abtauchen in die küstenfernen Meeresschutzgebiete der Ostsee“. Der Eintritt ist frei.
Das Schweizermesser der Korallen: Was ihre Wimpern alles können
Ein internationales Team unter Leitung von Forschenden des Bremer Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und des IOW untersuchte, wie die Form schwarzer Korallen die Funktion ihrer Wimpern beeinflusst. Durch eine Kombination außergewöhnlich vieler Bildgebungs- und Mikrosensorverfahren machten die Forschenden Wasserströmung und Sauerstofftransport von einzelnen Wimpern bis hin zu ganzen Korallenfragmenten sichtbar: Die Wimpern erzeugen und lenken Wasserströmungen um und in den Korallen und optimieren so Sauerstoffversorgung, Nahrungsaufnahme und internen Stofftransport. Die Studie erschien jetzt im Fachjournal Communications Biology.
Das IOW lädt auch in diesem Jahr wieder zu seiner beliebten Sommervortragsreihe „Warnemünder Abende“ ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IOW sowie befreundeter Institutionen präsentieren eine vielseitige Themenpalette aus ihrer aktuellen Forschungsarbeit und freuen sich auf lebhaften Austausch mit dem Publikum.
Das Auftreten des für Menschen potenziell gefährlichen Meeresbakteriums Vibrio vulnificus in der Ostsee lässt sich mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erstmals bis zu fünf Wochen im Voraus vorhersagen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter Leitung des IOW, das hochaufgelöste Umwelt-, Satelliten- und Mikrobiomdaten kombinierte und per KI auswertete. Die in „Water Research“ publizierte Studie zeigt, dass sich so Risikoperioden deutlich präziser eingrenzen lassen als bisher.
Forschung macht Schule: Citizen Science-Projekt „Warnow-Sonde“ geht an den Start
Mit der Übergabe der ersten sogenannten „Warnow-Sonde“ an eine Schülergruppe der Rostocker Borwinschule startete heute offiziell ein Citizen-Science-Projekt zur Umweltbeobachtung in der Unterwarnow. Die Sonde erfasst kontinuierlich verschiedene physikalisch-chemische Parameter im Flusswasser, die – langfristig ausgewertet – wichtige Erkenntnisse zu Klimawandelfolgen liefern können.
Binnenmeere weltweit sind stark vom Klimawandel betroffen
Unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) wurde erstmals mit Klimasimulationen untersucht, wie 19 Binnenmeere, auch die Ostsee, auf den Klimawandel reagieren. Die Forschenden fanden heraus, dass die Meere sich seit den 2000er Jahren schneller erwärmen als der globale Ozean. Projektionen zeigen, dass marine Hitzewellen schon Mitte des 21. Jahrhunderts im Jahresmittel ca. 60 % dieser Meere betreffen werden. Ohne Einhaltung der Pariser Klima-Ziele wären bis zu 90 % der Meere von Hitzewellen betroffen. Die Studie trägt zur Anpassung des Managements im Rahmen des Klimawandels bei und wurde in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht.
Amazonas-Flussfahne:
Wo räuberische Mikroalgen ein Erfolgsmodell sind
In der riesigen Flussfahne des Amazonas leben mikroskopisch kleine Algen mit einer überraschend flexible Überlebensstrategie: Sie kombinieren Photosynthese mit der Aufnahme organischer Stoffe und sogar dem „Verzehr“ anderer Mikroorganismen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des IOW zeigt nun, dass diese Mixotrophie insbesondere am äußeren, weit im Meer gelegenen Rand der Flussfahne dominiert. Die Studie erschien kürzlich im Nature-Fachjournal „Communications Biology“ und beleuchtet einen bislang unterschätzten Mechanismus im Nahrungsnetz und Kohlenstoffkreislauf eines der größten flussbeeinflussten Meeresökosysteme.
Internationales Forschertreffen zur Baltic Earth Konferenz auf Usedom
Alle zwei Jahre organisiert das internationale Forschungsnetzwerk Baltic Earth eine Konferenz in einem Ostsee-Anrainerstaat und bringt Teilnehmende mit verschiedenen Ostsee-Forschungsthemen zusammen. Dieses Jahr findet die Konferenz in Deutschland vom 13. bis 17. April 2026 in Heringsdorf auf Usedom statt. Sie wird vom Internationalen Baltic Earth Sekretariat am IOW und IOPAN organisiert und wurde kürzlich als offizielle Aktivität der UN-Ozeandekade anerkannt. Dies unterstreicht die Bedeutung der Konferenz für die Meeresforschung und für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Meeresumwelt.
BRIESE-Preis 2025 für KI-Forschung zu Tiefseebergbau und damit verbundenen Umweltrisiken
Der BRIESE-Preis für Meeresforschung 2025 geht in diesem Jahr an Dr. Iason-Zois Gazis vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Die Jury würdigt damit seine herausragende Dissertation zur hochaufgelösten Kartierung von Manganknollen in 4500 Metern Wassertiefe und zur Überwachung von Sedimentwolken beim Tiefseebergbau. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Reederei Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG gestiftet und vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) wissenschaftlich betreut.