
Zwischenbericht meines FöJ
Nachdem ich im Sommer 2025 mein Abitur gemacht habe, wollte ich erstmal aus dem Lernalltag raus und was völlig anderes ausprobieren. Da für mich Forschung schon immer sehr interessant gewesen ist und ich die Arbeit des IOW spannend finde, war für mich die Möglichkeit hier ein FöJ als Orientierungsjahr zu machen sehr passend.
Aufgrund meines Interesses an biologischer Laborarbeit hat die Stelle in der AG Benthos perfekt für mich gepasst. Die Arbeit im Labor ist sehr strukturiert. Meine Hauptaufgabe besteht darin, benthologische Ostseeproben zu untersuchen.
Dieser Prozess wird in mehrere Schritte unterteilt. Zunächst muss eine Probe gespült, also vom Gefahrenstoff Formaldehyd, der zur Konservierung genutzt wird, befreit werden. Dies passiert natürlich mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, also unter einem Abzug mit Schutzkleidung. Daraufhin werden in kleinen Portionen Teile der Probe unter einem Binokular durchgeschaut. Dabei besteht meine Aufgabe darin, alle Tiere rauszusammeln, taxonomisch auf Artniveau zu bestimmen und sie danach zu sortieren. Ist die Probe durchgeschaut, werden die gesammelten Tiere und ihre Artnamen nochmal überprüft, woraufhin die einzelnen Exemplare einer Art gezählt und protokolliert werden. Ist das geschafft, muss die Biomasse aller Tiere einer Art mithilfe einer akkreditierten Milligrammwaage gemessen und ebenfalls protokolliert werden.
Damit ist mein Beitrag zu diesem Arbeitsprozess erledigt und die Wissenschaftler*innen des Instituts können die Daten nun für verschiedene Zwecke weiterverwenden.
Am Anfang des Jahres war ich mit meiner Arbeitsgruppe für eine Woche auf einer Exkursion auf Hiddensee, auf der wir weiterbildende Vorträge hören sowie Proben nehmen und untersuchen konnten. Das war eine total aufregende und schöne Erfahrung!
Außerdem durfte ich bereits bei einem Küstenmonitoring mit dabei sein, bei welchem ich mitgeholfen habe, benthologische Bodenproben zu nehmen, welche wir in den darauf folgenden Wochen dann selbst ausgewertet haben.
Des Weiteren habe ich im Rahmen meines FöJ durch den vielfältig aufgestellten Forschungsbereich des Instituts auch die Möglichkeit in andere Arbeitsgruppen und Bereiche reinzuschnuppern. So hatte ich beispielsweise bereits die Gelegenheit, mit Wissenschaftlerinnen aus der Geologie auf dem Forschungsschiff namens Limanda eine Tagesausfahrt zu machen, was eine aufregende und wunderschöne Erfahrung war.
Im zweiten Halbjahr meines FÖJ werde ich außerdem noch für fast zwei Wochen mit der Elisabeth Mann Borgese auf einer Forschungsausfahrt sein und den Alltag auf See kennenlernen dürfen. Das wird ein großes Highlight meines Jahres sein!
Die Arbeit im IOW ist für mich sehr besonders, da ich hier einen direkten Einblick in Forschungsarbeit bekomme und die Möglichkeit habe, ein Jahr lang Teil eines Forschungsteams zu sein. In dieser Arbeitsgruppe fühle ich mich total wohl und gut aufgenommen, da alle super lieb und hilfsbereit sind. Durch die gemeinsamen Mittagspausen mit den anderen Freiwilligen werden dann auch die eintönigeren Tage wieder aufgehellt.
Alles in allem war die Entscheidung für einen Freiwilligendienst am IOW genau richtig für mich, da ich sowohl fachlich unfassbar viel lernen, aber auch zwischenmenschlich viele neue Erfahrungen sammeln konnte. Dies wird mir zum einen in meinem weiteren Lebenslauf eine große Unterstützung sein, egal in welche Richtung das dann geht, aber zum anderen auch einfach eine schöne Zeit gewesen sein, an die ich später nur allzu gerne zurückdenken werde.