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Forschungsfahrt zum Benthosmonitoring in der Ostsee gestartet
Am 03. Juli 2026 startete das Forschungsschiff „Elisabeth Mann Borgese“ von Rostock aus zur Expedition EMB398. Mit an Bord: Ein 11-köpfiges IOW-Forschungsteam. Es sollen Proben für drei IOW Projekte genommen werden, unter anderem zur Bestandsaufnahme benthischer Organismen, zur Umwelt-DNA und für molekularbiologische Untersuchungen.
Die 12-tägige Forschungsfahrt unter der Fahrtleitung der IOW-Biologin Katharina Romoth findet im Rahmen des im Oktober 2025 gestarteten Projekts BenthOs statt, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanziert wird. Das Ziel ist die fortlaufende Erfassung von am Meeresboden lebenden (benthischen) Tierarten und Gemeinschaften sowie deren Lebensräumen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Ostsee. Es sollen benthische Daten für das Monitoring der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH)- und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) erhoben werden. Außerdem wird die bereits im Jahr 2009 begonnene Langzeitdatenreihe fortgesetzt. Die erhobenen Daten werden Aufschluss bezüglich der Lebensraumstruktur, des Vorkommens einzelner Arten und zu eventuellen Stressoren geben. Die letzte FFH-Bewertung im Jahr 2025 zeigte, dass auch in deutschen Naturschutzgebieten die benthischen Gemeinschaften durch Nährstoffbelastung und daraus resultierenden Sauerstoffmangel (Hypoxie), Schadstoffe (wie Müll und Munitionsbelastung), Fischerei und Schiffsverkehr unter deutlichem ökologischem Stress stehen.
An allen Probenahme-Standorten werden mit CTD-Sonden (zur Messung von Wassertemperatur, Leitfähigkeit, Wasserdruck), mit Greifern und mit Unterwasser-Stationsvideos Daten zu abiotischen Parametern, zu Sedimenteigenschaften und zum Vorkommen wirbelloser den Meeresboden bewohnender Tiere (Makrozoobenthos) und Makroalgen erhoben. Bei der Forschungsfahrt wird zudem erstmalig ein neu entwickeltes geschlepptes Kamerasystem getestet, das hochauflösende Bilder und Videos von auf dem Boden lebenden (epibenthischen) Gemeinschaften liefern soll.
Außerdem werden Proben für zwei weitere durch das BfN finanzierte IOW-Forschungsprojekte gesammelt: BenthQual und KOFI. Bei BenthQual sollen Wasserproben für die Analyse von Umwelt-DNA (eDNA) gesammelt werden, um Möglichkeiten des Einsatzes von genetischen Methoden beim Monitoring zu erproben. Für das Projekt KOFI wird das Naturschutzgebiet Fehmarnbelt untersucht. So werden für spätere morphologische und molekularbiologische Analysen der Bakterien- und Tier-Gemeinschaften sowie für chemische Analysen des organischen Kohlenstoffs Proben aus schlickigen Sedimenten entnommen. Darüber hinaus sind umfangreiche Unterwasservideo- und Akustikaufnahmen zur Dokumentation der benthischen Gemeinschaften und ihrer Habitate geplant. Ziel des KOFI-Projektes ist es, die Entwicklung der benthischen Biodiversität sowie die Dynamik der Kohlenstoffspeicherung im Sediment nach dem Ausschluss der mobilen grundberührenden Fischerei zu untersuchen.