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Abteilung Meereschemie

Forschungsschwerpunkte

Welche Schadstoffe tauchen neu in der Ostsee auf? Was passiert mit Plastik im Meer? Welche Rolle spielen die Küstenmeere heute und in Zukunft als Quelle und Senke von Klimagasen? Lassen sich die Erfolge internationaler Maßnahmen zum Schutz der Ostsee bereits erkennen? Und wie müssen Methoden weiterentwickelt werden, um in einem hochvariablen System wie der Ostsee verlässliche Aussagen über Veränderungen treffen zu können?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich die Abteilung Meereschemie des IOW.

Wir erforschen, wie sich chemische Stoffe und Elemente im Meer verteilen, transportiert und umgewandelt werden – und welche Bedeutung diese Prozesse für die Umwelt haben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Küstenmeeren. In der Ostsee sind alle Arbeitsgruppen der Meereschemie mit unterschiedlichen Fragestellungen aktiv.

Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen natürliche und anthropogene Wasserinhaltsstoffe, darunter umweltrelevante Gase, Nährstoffe, anorganische und organische Kohlenstoffverbindungen, organische Schadstoffe und Mikroplastik. Wir untersuchen, wo diese Stoffe vorkommen, wie sie sich verändern und welche Wege sie durch das marine Ökosystem nehmen.

Dabei betrachten wir vor allem die Wassersäule, suspendiertes partikuläres Material und Sedimente, aber auch die Atmosphäre. Besonderes Augenmerk gilt den sehr flachen küstennahen Gebieten und dem Land-Meer-Kontinuum, eng vernetzt mit dem Forschungscluster Flachwasserprozesse (S2B).

Um Veränderungen über Raum und Zeit sichtbar zu machen, setzen wir auf langfristige Beobachtungen und moderne Messmethoden. Die Abteilung beteiligt sich am Langzeitbeobachtungsprogramm der Ostsee und an der Implementierung europäischer Infrastrukturen wie Euro-Argo und ICOS. Gleichzeitig entwickeln wir chemisch-analytische Methoden, ozeanographische Infrastruktur und Sensorik kontinuierlich weiter. Denn nur mit präzisen und innovativen Messverfahren lassen sich Veränderungen in den hochvariablen Küstenmeeren zuverlässig erfassen.

Unser Ziel ist es, Stoffflüsse zu identifizieren und zu bilanzieren, langfristige Veränderungen chemischer Größen nachzuweisen und die zugrunde liegenden biogeochemischen Prozesse zu verstehen und quantitativ zu beschreiben. Damit schaffen wir wichtige Grundlagen für die Modellierung mariner Ökosysteme.

Eine zentrale Frage verbindet dabei viele unserer Arbeiten: Wie verändern Klimawandel und menschliche Aktivitäten die biogeochemische Funktionsweise der Meere? Um diese Veränderungen zu verstehen, verbinden wir Beobachtungen, Experimente, Messmethoden und Modellierung und arbeiten eng mit anderen Disziplinen zusammen.

Diese interdisziplinäre Ausrichtung prägt die Abteilung Meereschemie insgesamt. Mit ihrer Forschung ist sie in allen Forschungsbereichen des IOW vertreten und leistet einen Beitrag dazu, die Veränderungen der Ostsee und anderer Küstenmeere besser zu verstehen – und ihre Entwicklung wissenschaftlich fundiert zu begleiten.