
Reallabor Nienhagen
Wir haben Nienhagen als repräsentatives Untersuchungsgebiet für unsere Projekte ausgewählt. Als sogenanntes Reallabor lassen sich dort mithilfe unserer Verankerungen kontinuierlich hochaufgelöste biogeochemische und physikalische Daten erfassen. Hierzu betreiben wir Verankerungen in 12 m und 5 m Wassertiefe, die mit verschiedenen Messinstrumenten ausgestattet sind, darunter CTD-Systeme, mit denen Leitfähigkeit, Temperatur sowie Sauerstoff, Chlorophyll und gelöster Kohlenstoff bestimmt werden können. Diese Infrastruktur ermöglicht es insbesondere, kurzzeitige und dynamische Ereignisse wie hypoxische Phasen, Temperaturspitzen oder turbulenzgetriebene Austauschprozesse in hoher zeitlicher Auflösung zu detektieren und in ihrem natürlichen Kontext zu analysieren.
| Reallabor Nienhagen: Die Verankerungen sind permanent installiert und ermöglichen eine kontinuierliche Erfassung physikalischer und biogeochemischer Parameter. Ergänzend dazu werden die Lander gezielt für ereignisbasierte Einsätze eingesetzt, beispielsweise während hypoxischer Wellen, um kurzzeitige, dynamische Prozesse mit hoher zeitlicher Auflösung zu erfassen. |
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Desweiteren finden dort regelmäßige Einsätze mit Forschungsschiffen und durch Taucher statt, bei denen gezielte Probenahmen, Manipulationsexperimente und methodische Entwicklungen durchgeführt werden. Ergänzt wird dies durch den Einsatz benthischer Lander-Systeme und mobiler Messplattformen, die es erlauben, Prozesse direkt am Meeresboden sowie in der Wassersäule quantitativ zu erfassen, insbesondere im Hinblick auf benthisch-pelagische Kopplung und partikelassoziierte Dynamiken.
Die Kombination aus kontinuierlichem Monitoring, ereignisgetriebener Beprobung und experimentellen Ansätzen macht das Reallabor Nienhagen zu einer einzigartigen Infrastruktur, in der sich physikalische, biogeochemische und ökologische Prozesse integrativ untersuchen lassen. Dadurch können wir nicht nur mechanistische Zusammenhänge aufklären, sondern auch deren Relevanz für natürliche Küstensysteme unter realistischen und sich rasch verändernden Umweltbedingungen quantifizieren.
Darüber hinaus dient Nienhagen als Plattform zur Entwicklung und Validierung neuer Messmethoden und Beobachtungsansätze, wodurch sich Erkenntnisse gezielt auf andere Küstenregionen übertragen lassen. Insbesondere erlaubt das Reallabor die Verknüpfung von Prozessverständnis mit skalierbaren Beobachtungs- und Modellierungsansätzen und schafft damit eine zentrale Grundlage für die Vorhersage von Systemreaktionen unter zukünftigen Klimabedingungen.
Obwohl die Verankerungen erst ein Jahr installiert sind, haben sie bereits neue Erkenntnisse zum Fischsterben, sowie hypoxischen Wellen geliefert. Die Verankerungen werden durch Unsere Ingenieure Sebastian Neubert and Bennett Krebs gewartet. Taucheinsätze werden durch Forschungstaucher durchgeführt, unter der Leitung von Erik Stohr.
Impressionen aus dem Reallabor Nienhagen
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