
Grete Boskamp
Ich bin Doktorandin in der physikalischen Ozeanographie und forsche zu submesoskaligen Fronten. Diese haben eine Größenordnung von 0.1 bis 10 km und sind damit zu klein, um ihre Dynamik in globalen Modellen abzubilden. Dennoch beeinflussen sie die Energykaskade im Ozean und prägen damit Prozesse, die Wetter, Klima und Ökosysteme steuern.
Aktuelle Forschungsgebiete
Aktuell analysiere ich Messdaten aus der Agulhas-Region an der Südspitze Afrikas, einem Schlüsselgebiet für die globale Ozeanzirkulation und das Klimasystem. Dort konnten wir eine außergewöhnlich scharfe Front über mehrere Tage hinweg verfolgen und ihre zeitliche Entwicklung detailliert dokumentieren. Dieser Datensatz entstand im Rahmen des Collaborative Research Centre TRR181, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Parallel dazu arbeite ich im Projekt SkaMixWMT in einem internationalen Konsortium mit 11 Instituten an der Erforschung der Wassermassentransformation (WMT) im Skagerrak. Der Skagerrak eignet sich besonders als natürliches Labor, weil in einem relativ kleinen Gebiet mehrere Wassermassen aufeinandertreffen. Das ermöglicht zugleich detailreiche Beobachtungen und eine realistische Modellierung kleinskaliger Prozesse. Wassermassentransformation ist eng mit Fronten verknüpft, genau diese Kopplung steht im Zentrum meiner Arbeit.
Beispiel einer submesoskaligen Front
In diesem Beispiel verlaufen die Isopyknen (Linien gleicher Dichte; Konturen: oben schwarz, in den unteren Panels weiß) weitgehend parallel zu den Salinitätsstrukturen (oberes Panel) und heben die geneigten Dichteflächen der Front hervor. Im Bereich der stärksten Isopyknenneigung, also in der Front, ist die Energiedissipation erhöht (mittleres Panel, Log-Skala). Gleichzeitig ist dort auch die Salzvarianzdissipation erhöht (unteres Panel, Log-Skala), was konsistent mit verstärkter Vermischung im Frontbereich ist.
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